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Podcast Schweizer Gemüse Podcastfolge 16 - Fliegende Salate
16. Folge - Fliegende Salate
In einem Vorort von Genf wachsen Salate in der Luft. Hört sich lustig an, ist aber eine vielversprechende nachhaltige Anbaumethode: Die Blätter wachsen oben aus einer pyramidenähnlichen Konstruktion heraus und unten hängen die Wurzeln herab. Wieso der Betrieb ohne Erde arbeitet und was die Vorteile von dieser Anbaumethode ist, erzählen wir in dieser Folge.
Fast nicht zu glauben, aber tatsächlich wahr: Im Genfer Vorort Lancy wachsen Salate in der Luft. Wie ist so etwas möglich? Jeremy Blondin vom Gemüsebaubetrieb «Domaine des Mattines», erklärt uns diese vielversprechende Anbaumethode.
Die Familie Blondin ist seit 200 Jahren in der Landwirtschaft tätig. Jeremy arbeitet zusammen mit seinem Bruder und der Schwägerin auf dem Hof, den sie seit dem Jahr 2000 führen. 32 Personen helfen ihnen, jährlich etwa eine Million Kilogramm Obst und Gemüse zu produzieren.
«Wir investieren viel in neue Technologien und überlegen uns, wie wir effizienter arbeiten können», sagt Jeremy. Was bei anderen als ausgelutschter Marketingspruch über die Lippen rutscht, ist hier tatsächlich wahr. Was in Lancy passiert, ist schweizweit einzigartig.
Denn dort steht eine Aeroponik-Anlage, wo Salate bodenlos angebaut werden. Die «fliegenden» Salate hängen in einer pyramidenförmigen Konstruktion: Oben schauen die Blätter raus, unten ragen aus einem Loch die langen Wurzeln – und baumeln in der Luft. Ganz ohne Erde. In regelmässigen Abständen werden die Wurzeln besprüht.
«Es geht darum, dass man ganz ohne Erde und laufendes Wasser Salate zum Wachsen bringt», sagt Jeremy. Damit könne man sehr viel Wasser und Pflanzenschutzmittel sparen. Etwa 200 Liter Wasser werden benötigt, um im Freiland ein Kilogramm Salat zu erzeugen. Hier im Genfer Vorort werden nicht mal 10 Liter Wasser für ein Kilo benötigt. «Die Pflanze braucht nicht weniger Wasser – aber wir recyclen es», erklärt der innovative Gemüsegärtner, der seit vier Jahren «fliegende Salate» produziert.
Ganz alleine ist er damit nicht: In Frankreich gebe es ebenfalls eine solche Anlage. Und auch in Kuwait, mitten in der Wüste. An einem Ort also, wo Wasser Mangelware ist und diese Anbaumethode ideal passt.
Auf dem Gemüsebaubetrieb in Lancy fällt auf, dass überall Computer stehen. Es werden viele Daten gesammelt: Vom Wetter, vom Zustand der Anlage oder von den Pflanzen selbst. Entsprechend hat sich das Anforderungsprofil an das Personal verändert. «Wir brauchen weniger Mitarbeitende. Aber dafür müssen sie ein höheres Bildungsniveau erreicht haben», so Jeremy. Gerade habe er einen neuen Traktor gekauft: Mit vier Bildschirmen und Joysticks. «Ich brauche fast einen Flugzeugpiloten, um diesen Traktor zu steuern», scherzt er.
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