Podcast Schweizer Gemüse Podcastfolge 19 - Schwingen und Zwiebeln

19. Folge - Schwingen und Zwiebeln: Wie ein Schwinger nebenbei Gemüse anbaut

Wie passt Schwingen mit Gemüsegärtnern zusammen? Besser als man denkt. In dieser Folge besuchen wir Lario Kramer im Kanton Freiburg. Er ist Profi-Schwinger und Gemüsegärtner in einem. Wie er morgens trainiert, tagsüber auf dem Traktor sitzt und abends wieder ins Training geht, und was die beiden Welten überraschend gemeinsam haben, hörst du hier.

Er nahm schon an vier Eidgenössischen Schwingfesten teil und gewann zweimal den Kranz. In seiner Karriere feierte er bisher zehn Kranzfestsiege – was für eine fantastische Erfolgsbilanz! Aber Lario Kramer übt seinen Sport nur vor und nach der Arbeit aus: Hauptsächlich arbeitet er nämlich als Gemüsegärtner. Der Zeitung «Blick» sagte er einmal: «Am Sonntagabend habe ich das Walliser Kantonale gewonnen, am Montag stand ich wegen der Zwiebel-Ernte bereits um 6 Uhr wieder auf dem Feld.»


Wir besuchen diesen Baumstamm von einem Mann (186 Zentimeter gross und 106 Kilogramm schwer) in Galmiz bei Murten. Er ist 28 Jahre alt und wohnt gleich gegenüber dem Familienbetrieb in einer alten Scheune, die wunderschön umgebaut wurde. In einem 60-Prozent-Pensum arbeitet er auf dem Betrieb seiner Eltern: Während der Schwing-Saison trainiert er am Morgen, geht arbeiten und am Abend wird wieder trainiert. Alles passt unter einen Kranz, äh, Hut: «Bin dankbar, dass mich die Eltern so gut unterstützen im Betrieb. Das alles funktioniert wegen meinem guten Umfeld, einem guten Zeitmanagement und viel Leidenschaft.»


Sein Motto: «Der Glaube an sich selbst ist der Schlüssel zum Erfolg.» Das gelte sowohl für den Sport als auch für den Job. Aber was haben Schwingen und Gemüsegärtnern gemeinsam? «Die Art und Weise der Herangehensweise ist ähnlich: Es braucht sehr viel Leidenschaft. Es gibt äussere Faktoren, die einwirken und die man nicht beeinflussen kann. Es braucht eine perfektionistische Haltung, man muss auf Details achten und den Kopf beieinander haben», erklärt Lario.


Auf 40 Hektaren wird im Familienbetrieb Gemüse angepflanzt. «Wir haben uns auf Rüebli, Zwiebeln und Härdöpfel spezialisiert. Aber wir produzieren auch Getreide, Mais, Zuckerrüben und Industriebohnen. Und seit acht Jahren haben wir auch eine Pouletmasthalle», so der 28-Jährige.
Er hat die Ausbildung zum Gemüsegärtnermeister abgeschlossen. Denn Sport alleine mache ihn nicht glücklich. Er brauche eine Herausforderung für den Kopf. Und für Lario ist klar, das Gemüsegärtnern sei ein toller Beruf, für den er sich immer wieder entscheiden würde: «Wir sind im Einklang mit der Natur, können das eigene Essen selbst produzieren und einen Beitrag leisten, die Bevölkerung zu versorgen.»


Die Bevölkerung versorgen und beglücken: Mit Brot und Spielen. Oder im Fall von Lario: Mit Gemüse und Schwingfesten. Möge er noch viele gute Ernten einfahren und etliche Kränze gewinnen.