Viele Schweizer Tomaten auf dem Markt dank Hitze

23.07.2015

Viele Schweizer Tomaten auf dem Markt dank Hitze

Grossverteiler helfen den Tomatenproduzenten

Bern, 23.7.2015


Durch die anhaltende Hitze und sehr viel Sonnenlicht sind Schweizer Tomaten schneller als geplant gereift. Momentan hat es viele Schweizer Tomaten auf dem Markt, so dass Grossverteiler ab morgen teilweise Extra-Aktionen planen. Als Sonderthema stellen wir ausserdem die Tomatenproduktion im Wallis vor.

Eigentlich planen die Tomatenproduzenten genau, wann sie ihre Tomaten ernten. Doch das warme und sonnige Wetter hat ihnen einen Streich gespielt: die Tomaten reifen momentan schneller und müssen früher geerntet werden – während es bei anderen Gemüsesorten weniger optimal aussieht. Jetzt in der Ferienzeit wo viele Leute weg sind, ist das eher ungünstig. Deshalb hat es diese Woche eine grosse Menge auf dem Markt – die wiederum in den nächsten Wochen fehlen kann. Wieder einmal mehr zeigt die Situation, dass die Gemüseproduzenten sehr stark vom Wetter abhängig sind und eine Planung nicht immer möglich ist. Um die frischgeernteten Tomaten an die Konsumenten zu bringen, sind deshalb ab Freitag bei den Grossverteilern Aktionen mit günstigeren Preisen geplant. Die Konsumenten profitieren und sollen dazu verlockt werden, die sonnengereiften, geschmackvollen Schweizer Tomaten für sich und die ganze Familie zu geniessen. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten empfiehlt Rezepte wie: kalte Tomatensuppe, Tomatensalat oder auch eine selbstgemachte Sugo, die man einfrieren kann für den Winter.
Gemüse Papillote aus dem Ofen
Tomaten-Rezepte: Tomaten-Basilikum Sauce, Tomaten-Mozzarella-Salat und Bruschette

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Aktuelles Sonderthema: Tomatenproduktion im Wallis

In fast jedem Kanton der Schweiz bauen die Gemüseproduzenten Tomaten an – auch im Wallis. Wie dort die Tomatenproduktion auf einem typischen Gemüsebaubetrieb aussieht und welche Sorten sich am besten verkaufen, erzählt Tomaten- und Aprikosenproduzent Philippe Dorsaz aus Riddes, in der Nähe von Martigny.

Gemüse- und Obstproduzent Philippe Dorsaz baut heute bis zu 20 verschiedene Tomatensorten an – eine Vielfalt die er vor allem in seinem grossen Hofladen verkauft, aber auch an Detailhändler. Bei Dorsaz arbeiten im Hochsommer etwa 40 Personen, die neben Aprikosen auch Tomaten ernten – im Winter sind es noch 2-3 Angestellte. Die Tomatensetzlinge werden Mitte Februar in beheizbaren Tunneln gepflanzt. Auf etwa 1 ha baut Dorsaz unterschiedlichste Tomatensorten an. Am beliebtesten sind bei seinen Kunden Datteltomaten und Coeur de Boeuf (Ochsenherz). Doch auch Spezialitäten wie eine ganz gelbe, gerippte Tomate, die Dorsaz „Ananas“ nennt, findet man in seinem Sortiment. Der Geschmack ist tatsächlich sehr fruchtig. Vor einigen Jahren gab es noch wenige Sorten – die Nachfrage war nicht da -, aber  heute verlangen die Konsumenten nach Tomaten in vielen verschiedenen Formen, Grössen und Farben.

Ein gut funktionierender Hofladen
Philippe Dorsaz sagt, dass seine Kunden heute stärker auf die Saison achten und im Winter keine importierten Tomaten kaufen, sondern gerne bis zum Erntebeginn Mitte Mai auf seine Tomaten warten. Nach dem Saisonende Anfang November gibt es bei ihm nur noch Wintergemüse zu kaufen.
In seinem grossen Hofladen, den er vor 13 Jahren eröffnet hat,  verkauft er heute Gemüse und Früchte aus eigenem Anbau. Es ist eine Herausforderung, ein so umfangreiches Angebot an Salaten, Gemüsen, Tomaten, Aprikosen, Erdbeeren und Himbeeren für den Direkt-Verkauf anzubieten, deshalb baut er nur kleine Mengen an. Zu dieser Produktevielfalt kommt neben Aprikosensaft oder Konfitüren auch die selbstgemachte Tomatensauce hinzu, für die er die Tomaten verarbeitet, die er nicht verkaufen konnte. Und die Tomaten
3. Klasse (10 Kg für Fr. 1.-) kommen bei den Konsumenten sehr gut an.

Was macht den Geschmack von Tomaten aus?
Diese Frage stellen sich viele Konsumenten und man kann lange darüber diskutieren. Doch es ist ganz einfach, Dorsaz weiss, was den Geschmack ausmacht: einerseits ist die Sorte entscheidend, wie süsslich oder sauer oder eben geschmackvoll eine Tomate schmeckt. Eine normale Rispentomate schmeckt anders als eine Coeur de Boeuf oder eine Datteltomate. Wer es nicht glaubt, sollte den Test mal machen! Andererseits ist gemäss Dorsaz ausserdem wichtig, dass die Tomaten reif geerntet werden und nicht noch grün sind. Denn später sieht man es ihnen nicht an, da Tomaten nachreifen und rot werden. Der Geschmack der Tomate jedoch bildet sich nur an der Pflanze aus. Ebenso wichtig ist, dass man nicht zu viel Wasser gibt, denn das kann den Zuckergehalt beeinflussen.

Walliser Tomatenproduktion vermischt sich mit Obst-Anbau
Im Wallis gibt es 20 Tomatenproduzenten. Dorsaz hat einen typischen mittelgrossen Betrieb, dessen Hauptprodukte Aprikosen, Tomaten und etwas Wein sind. Sein Vater hatte einen ganz kleinen Betrieb von 5 ha mit nur Blumenkohl und Tomaten. Dorsaz hat mit Aprikosen und noch mehr Tomaten begonnen und besitzt heute einen Betrieb von 20 ha. Neuerdings macht er auch Erdbeeren. Sogar einige Freiland-Tomaten findet man bei ihm – in der Schweiz eher eine Exklusivität, die klimatisch bedingt selten zu finden ist. Heute gibt es im Wallis fast keine Betriebe, die ausschliesslich Gemüsebau betreiben. Die meisten produzieren auch Früchte oder Wein.

Facts & Figures
Fläche: Auf 238 ha wächst im Wallis Gemüse (davon 2.6 ha Substratkulturen).
Auf 18.7 ha wachsen Tomaten, 1.2 ha davon sind auf Substratkulturen angebaut:
- Runde Tomaten: 6.9 ha
- Fleischtomaten: 2.08 ha
- Cherrytomaten: 6.48ha
- Peretti Tomaten: 1.29 ha
- Rispentomaten: 4.72 ha

Anteil des Walliser Gemüsebaus Schweizer Gemüsebau: 1,6 %
Menge:  1‘550 Tonnen Walliser Tomaten werden pro Jahr produziert.
Top 5 Frischgemüse (2014) im Wallis:
1. Karotten, 2. Tomaten, 3. Blumenkohl, 4. Zucchetti, 5. Spargeln.                     

(Quelle/source : SZG/CCM und www.ifelv.ch)
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