Pflanzenschutz

Landwirtschaftlich genutzte Flächen sind immer Teil eines Ökosystems. Ein Gemüsefeld steht in einer Beziehung zu seiner Umgebung, in der auch Schädlinge, Unkrautsamen oder gar Krankheiten lauern. Ein Schädling kann sich explosionsartig vermehren und so zu grossen Verlusten in der Kultur führen. Das Gleiche trifft bei Pflanzenkrankheiten zu.

Es gehört zu den täglichen Aufgaben des Gemüseproduzenten, die Gemüsepflanzen auf Schädlings- oder Krankheitsbefall zu überwachen und wenn nötig die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Der Gemüseproduzent greift erst mit Pflanzenschutzmitteln ein, wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Die verwendeten Pflanzenschutzmittel wirken heute viel spezifischer als früher. Deshalb kommt der Gemüsebau heute mit geringeren Mengen aus. Vorbeugend eingreifen kann der Produzent, indem  er beispielsweise schädlingsresistente Sorten verwendet oder eine Fruchtfolge einhält, um das Verschleppen von Krankheiten auf die Folgekultur zu verhindern. Im Gewächshaus wird schon heute fast nur noch mit Nützlingen gegen die Schädlinge vorgegangen.

Die Unkrautbekämpfung nimmt im Gemüsebau einen hohen Stellenwert ein, weil Unkraut die Qualität der geplanten Gemüsekulturen bedroht. Die eigentliche Bekämpfung kann maschinell erfolgen mit Fräsen oder von Hand mit der Hacke. Eine andere umweltfreundliche, aber aufwendige Variante ist das Dämpfen und Abflammen vor und nach den Kulturen. Immer öfter kommen Stroh, Folien oder Vlies zum Einsatz. Sie bedecken die Reihen zwischen den Pflanzen und verhindern durch Lichtentzug, dass der Samen auskeimt.

Herbizide nur im Notfall
Auf Herbizide greifen Gemüseproduzenten zurück, wenn der Befall mit Unkraut eine bestimmte Schadschwelle auf dem Feld überschreitet. Vorbeugend kommen Herbizide heute nicht mehr zum Einsatz.

Die Auswahl und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Herbiziden unterliegen detaillierten Vorschriften und Einschränkungen. Oberste Zulassungsbehörde ist das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Das BLW erlaubt den Einsatz eines Pflanzenschutzmittels oder Herbizides erst, wenn es ein aufwendiges Prüf- und Beurteilungsverfahren durchlaufen hat. Jeder Einsatz eines Pflanzenschutzmittels oder Herbizides auf einem Betrieb muss in einem Journal aufgezeichnet und bei den regelmässig durchgeführten Kontrollen vorgewiesen werden.

Mit Schädlingen und Pflanzenkrankheiten hat auch der biologische Gemüsebau zu kämpfen. Die verwendeten natürlichen Pflanzenschutzmittel sind im Biolandbau auf einer separaten Hilfsmittelliste aufgeführt. Im Biolandbau wird mehr zu mechanischen Bekämpfungsmassnahmen gegriffen – zum Beispiel Hacken zwischen den Reihen –, was die Produktion tendenziell verteuert.
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