Über 3000 Gemüsebaubetriebe produzieren täglich frisches Gemüse für den Schweizer Markt. Mehr als ein Drittel davon sind ganz normale Bauernbetriebe, die nur nebenbei Gemüse anbauen, beispielsweise ein Feld mit Karotten oder Wurzeln für die Chicorée-Produktion. Die rund 1850 Hauptgemüse-Betriebe produzieren rund 95 Prozent des Schweizer Angebots. Viele haben sich in den letzten Jahren spezialisiert: Sie verkleinerten die Angebotspalette und konzentrieren sich auf ein paar wenige Kulturen. Dadurch lassen sich die Kosten auf dem Betrieb optimieren.
Schon immer waren die Gemüseproduzenten zu einem grossen Teil selbst für den Absatz ihrer Produkte verantwortlich. Früher lieferten sie an Gemüsehändler oder direkt in den Detailhandel. Weil der Preisdruck immer grösser wird, werden im Zwischenhandel – besonders von Abnehmerseite – direktere Vertriebswege gesucht mit weniger Ansprechpartnern. Gemüseproduzenten schliessen sich deshalb zum Beispiel in Plattformen zusammen und treten so gemeinsam direkt gegenüber dem Detailhandel auf – insbesondere bei den Grossverteilern Coop und Migros. Ein Plattform-Verantwortlicher dient als Ansprechpartner und organisiert die eigentliche Warenbeschaffung.
Andererseits stärken grössere Gemüsebaubetriebe ihre Marktposition, in dem sie andere Produzenten als Vertragspartner an sich binden und so die Angebotspalette sicherstellen, teilweise auch mit Hilfe von Importen. Es findet also eine Art Verschmelzung von Produktion und Handel statt, bei dem der Gemüseproduzent immer mehr Aufgaben des Händlers übernimmt. Einige gehen sogar noch einen Schritt weiter und verarbeiten ihre Produkte gleich selbst auf dem Betrieb: beispielsweise mit Küchenfertigen Salatmischungen, die sauber abgepackt direkt in den Handel gelangen.
Einige Gemüseproduzenten suchen den direkten Weg zu den Konsumentinnen und Konsumenten. Mit innovativen Angeboten wie Gemüseabos, Hauslieferdiensten oder Online-Shops besetzen sie eine Nische und reagieren so auf den zunehmenden Druck auf Abnehmerseite.