23.08.2018

VSGP begrüsst Ablehnung der Anti-Pflanzenschutz-Initiative

Der Bundesrat lehnt die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ab und verzichtet auf einen direkten Gegenvorschlag. Um die Anliegen der Initiative aufzunehmen, will er ein Massnahmenpaket in die Vernehmlassung zur Agrarpolitik ab 2022 aufnehmen. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten begrüsst dieses Vorgehen und beabsichtigt seinerseits, weitere Massnahmen im Bereich Pflanzenschutzmittel umzusetzen.

Der Bundesrat lehnt die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ab. Diese will synthetische Pflanzenschutzmittel (PSM) in der landwirtschaftlichen Produktion, der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und der Boden- und Landschaftspflege verbieten. Zudem soll auch die gewerbliche Einfuhr von Lebensmitteln, die synthetische PSM enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind, verboten werden. Die Landesregierung ist der Ansicht, dass die Initiative den Handlungsspielraum der Schweizerischen Land- und Ernährungswirtschaft zu stark einschränkt und massiven Einfluss auf das Angebot und die Vielfalt der Lebensmittel hat. Die bestehenden Aktivitäten zur Minimierung der Risiken von Pflanzenschutzmitteln sollen im Rahmen der Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) ergänzt und verstärkt werden.

VSGP begrüsst konsequentes Vorgehen des Bundesrats
Mit diesem Vorgehen verfolgt der Bundesrat konsequent den Weg weiter, den er bereits Mitte Juni in seiner Stellungnahme zur Trinkwasserinitiative eingeschlagen hat. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) begrüsst dieses Vorgehen und teilt die ablehnende Haltung des Bundesrats zu den beiden Initiativen. Ohne den gezielten Einsatz von PSM wäre die Produktion von genügend Schweizer Gemüse in der verlangten Qualität nicht möglich. Der VSGP unterstützt ebenso die Bestrebungen des Bundesrates zur Risikominimierung von PSM im Rahmen der AP22+.

Innovationen statt Verbote
Der VSGP ist sich den Risiken von PSM bewusst. Deshalb hat er bereits in der Vergangenheit auf freiwilliger Basis zahlreiche Massnahmen in diesem Bereich ergriffen. Jüngstes Beispiel ist das Pilotprojekt «Pflanzenschutzroboter», mit dem sich der Verband Einsparungen von PSM in der Höhe von 40-70 Prozent verspricht. Die Gemüseproduzentinnen und –produzenten sind bestrebt, mittels Innovationen und Branchenlösungen, einen Beitrag zur Minimierung der Risiken von Pflanzenschutzmitteln zu leisten. Dazu brauchen sie aber den unternehmerischen Gestaltungsraum, der durch die Anti-Pflanzenschutz- und Trinkwasserinitiative bedroht wird.
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