• Schweizer Spargeln
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Anbau & Ernte

Physiologisch gesehen sind Grün- und Bleichspargeln die gleichen Pflanzen. Der Unterschied liegt in der Kultivierung, der Bleichspargel wächst unterirdisch und bleibt daher weiss. Der Grünspargel wächst über der Erdoberfläche und wird daher grün. In der Schweiz werden hauptsächlich Grünspargeln angebaut, weil dieser betreffend Boden und Klima weniger anspruchsvoll ist. Die folgenden Angaben betreffen somit auch den Grünspargelanbau.

Die Spargelpflanze (Asparagus officinalis L.) gehört zur Familie der Liliengewächse, wie Zwiebeln, Schnittlauch, Knoblauch und Lauch. Die Spargel stammt wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum und wurde schon von den alten Ägyptern und Griechen als "Aspharagus" genossen. Mit den Römern kam die Spargel nach Europa. Im Mittelalter entdeckten die Klöster die Spargel als Heilpflanze und als Feingemüse. Als Luxusprodukt wurde die Spargel das Gemüse der Könige und Prinzen. Der Sonnenkönig, Ludwig XIV, liebte die Spargel so sehr, dass er verlangte, Spargeln das ganze Jahr hindurch geniessen zu können. Daraufhin entwickelte Jean de La Quitinie, königlicher Gärtner, ein geschütztes Anbausystem, welches eine praktisch ganzjährige Ernte erlaubte. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnten nur reiche Gartenliebhaber dieses raffinierte und sehr teure Gemüse anbauen. Erst im 19. Jahrhundert kam der Durchbruch des Spargels als "Gaumenfreude des Frühlings" fürs Volk.
 
Der Boden und das Klima
Spargeln bevorzugen leichte bis mittelschwere, sandig-lehmige Böden, die tiefgründig sind, eine gute Wasserführung aufweisen und einen neutralen pH-Wert haben.
Sie sollten nicht in spätfrost-gefährdeten Lagen und an Orten, wo der Grundwasserspiegel weniger als ein Meter unter der Bodenoberfläche liegt, angebaut werden. Je höher die Wärmekapazität des Bodens und je ausgeglichener das Klima ist, desto besser ist das Wachstum und damit der Ertrag.

Die Pflanzung
Die Pflanzung erfolgt im April bis spätestens Mitte Mai, in Einzelreihen (120 - 150 x 20 - 45 cm). Die Triebknospen werden in die Furchenmitte in 10 - 15 cm Tiefe gelegt. Die Wurzelrhizome werden in der Längsrichtung ausgelegt, denn die Pflanzen wandern mit den Jahren in der Reihe. Man rechnet je nach Standort 200 - 250 Pflanzen pro Are.

Der Boden zwischen den Reihen muss durch flaches Hacken unkrautfrei gehalten werden, denn die Spargeln lieben lockeren, luftigen Boden. Im Oktober-November wird das abgestorbene Laub so tief wie möglich mit einem Mäh- oder Mulchgerät abgeschnitten. Die Kultur wird über den Winter leicht angehäufelt.
 
Die Düngung
Eine organische Düngung zu Beginn der Vegetation ist von Vorteil (10 - 15 Tonnen Stapelmist pro Hektare oder 20 - 30 m3 Kompost). Der Stickstoff wird in 3 Gaben verabreicht: zu Vegetationsbeginn, bei Ernteschluss und Ende Juli.

Die Ernte
Die ersten Spargeln können nach dem dritten Anbaujahr geerntet werden. Um einen Vollertrag zu haben, muss man aber noch ein Jahr warten. Die Erntezeit, ab Ende April bis Mitte Juni, wird kurz gehalten, damit die Pflanze nicht vollständig erschöpft wird.
Sobald die Spargeln eine Länge von 20 cm erreicht haben, werden sie mit einem Messer bodennah abgeschnitten.
Man rechnet mit einem durchschnittlichen Ertrag von 300 g/m2.
Bei den Spargeln ist auf kontinuierliches Triebwachstum zu achten. Dieses findet bei Temperaturen ab 10° C statt. Ideale Wachstumsbedingungen sind bei 20 bis 29° C: Je höher die Tagestemperatur, desto grösser das tägliche Wachstum. Bei 13° C wächst der Trieb 2 - 3 cm in einem Tag. Dagegen kann bei 17° C ein Wachstum von 5 cm erwartet werden.

Nach der Ernte
Nach der Ernte beginnt die Vorbereitung der nächsten Saison. Die Pflanzen können bewässert werden, so dass eine gute Entwicklung möglich ist. Die Sommerzeit lässt der Pflanze Zeit, Sonnenenergie zu tanken und ihre Reservestoffe wieder aufzubauen, welche in den Wurzeln eingelagert werden, damit im nächsten Jahr eine neue Ernte erwartet werden kann.

Die Dauer einer Spargelanlage
Die Kulturdauer einer Spargelpflanze beträgt 8 - 10 Jahre. Mit einem Vollertrag kann erst ab dem 3. Jahr gerechnet werden.
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