Arbeitsmarkt & Sozialpolitik

In der Schweizer Landwirtschaft sind rund 20‘000 ausländische Arbeitskräfte beschäftigt, ein grosser Teil davon im Gemüsebau.


Die Betriebe im Gemüsebau mit arbeitsintensiven Kulturen sind auf genügend Arbeitskräfte angewiesen, denn noch immer ist bei der Pflege und Ernte von Gemüse viel Handarbeit gefragt. Für die strenge Arbeit im Gemüsebau lassen sich Schweizer Arbeitnehmende nur schwer finden, auch weil die Einsätze saisonal bedingt befristet sind. Es arbeiten also viele ausländische Arbeitnehmer, z.B. aus Polen oder Portugal, im Gemüsebau. Es sind diese ausländischen Arbeitnehmenden, die täglich frisches Gemüse für die Schweizer Bevölkerung ernten. Ein typischer Gemüsebaubetrieb hat im Sommer oft doppelt so viele Arbeitnehmer wie im Winter angestellt. Der Grossteil kehrt Ende Saison ins Heimatland zurück.

Viele Arbeitnehmer (ob ungelernt oder gelernt) haben Kost und Logis auf dem Betrieb. Sie können also zu günstigen Bedingungen direkt bei ihrem Arbeitsort wohnen, eine extern gemietete Wohnung wäre um ein Vielfaches teurer. Ausserdem erhalten viele Arbeitnehmer vergünstigtes oder kostenloses Gemüse und andere Nahrungsmittel direkt auf dem Betrieb.

Gute Sozialstandards und Normalarbeitsverträge
Der Schweizer Gemüsebau zeichnet sich durch strenge Kontrollen und Anforderungen bezüglich Pflanzenschutz, Ökologie und Sozialstandards aus. Diese Standards garantieren die Lebensmittelsicherheit in der Schweiz. Der Gemüsekonsum ist steigend, der Anteil inländischer Produktion ist aber bei nur 55%. Das restlich benötigte Gemüse muss importiert werden aus Ländern wie den Niederlanden oder Frankreich, aber auch aus Spanien, Italien oder Marokko, wo viel schlechtere soziale Bedingungen herrschen.

Jeder Arbeitnehmer im Schweizer Gemüsebau verfügt einen Arbeitsvertrag, welcher die Arbeitsbedingungen wie Lohn, Arbeitszeiten sowie Versicherung regelt. Für Arbeitsverhältnisse im Gemüsebau gelten, wie in der gesamten Landwirtschaft, die kantonalen Normalarbeitsverträge, bzw. der Muster-Normalarbeitsvertrag des Schweizer Bauernverbandes.

Lohnrichtlinie
Die Lohnrichtlinie wird jährlich vom Schweizer Bauernverband, Schweiz. Bäuerinnen- und Landfrauenverband und der ABLA (Schweiz. Arbeitsgemeinschaft der Berufsverbände landwirtschaftlicher Angestellter) herausgegeben. Für den Gemüsebau gelten spezielle Lohnrichtlinien für Fachkräfte. Für ungelernte Arbeitnehmer ist in dieser Richtlinie ein Mindestlohn definiert.


 
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